Praxistest: Wacom Intuos Draw CTL-490DW-S

Das Wacom Intuos Draw Grafiktablett im Test

Ein Schwergewicht sieht anders aus – und fühlt sich anders an. Noch mehr zählen bekanntlich die inneren Werte. Und hier kann das CTL-490DW-S Intuos Draw aus dem Hause Wacom voll und ganz überzeugen. Das Grafiktablett erleichtert Anfängern den Einsteig und verlangt Profis Respekt ab. Wir haben einen gründlichen Blick riskiert und meinen: Dieses Tablett ist ein echtes Allround-Talent.

Direkt aus dem Karton – Das Wacom CTL-490DW-S Intuos Draw

Um etwaige Verwirrungen gleich im Vorfeld zu beseitigen: Wacom präsentiert in seiner Intuos-Reihe 4 recht ähnliche Stift-Tabletts. Neben dem hier besprochenen Modell „Draw“ gibt es noch die Varianten „Art“, „Photo“ und „Comic“. Der Kaufpreis richtet sich dabei nach den einzelnen Größen (Small bzw. Medium) sowie der mitgelieferten Software. Alle Varianten sind für Windows (Version 7, 8, 10 oder höher) und Mac (OS X 10.8.5 oder höher) erhältlich.

Die Verpackung des Intuos CTL-490DW-S Draw ist praktisch und ohne Schnörkel. Ein Schuber enthält den eigentlichen, in schlichtem Schwarz gehaltenen Karton. Klappen wir ihn auf, sehen wir das in Folie eingepackte Gerät vor uns liegen, daneben den Stift. Beim Herausnehmen des Tabletts zeigen sich darunter zwei weitere Fächer: eines für die Treiber-CD sowie ein anderes für das USB-Kabel. Die Treiber-Software lässt sich natürlich auch von der Seite des Herstellers herunterladen. Damit ist tatsächlich schon der ganze Lieferumfang abgedeckt. Wer den kabellosen Datentransfer bevorzugt, muss sich einen Wireless-Adapter extra besorgen. Andere Wacom-Modelle wie etwa das Intuos Pro werden von Haus aus mit Wireless-Kit geliefert. Diesen Aufpreis gilt es also gegebenenfalls miteinzukalkulieren. Farblich kommt das Tablett in 2 Varianten daher: Weiß und Mintblau (CTL-490DB). Wir konzentrieren uns auf das weiße Modell, wobei der Ton leicht ins Silbergraue geht, und zwar in der Größenordnung S (Small).

Ökonomisches Design, ergonomisch einwandfrei

Der erste Eindruck des Wacom Intuos Draw: ein handliches, leichtes Zeichentablett. Bei einem Außenmaß von 21 × 16,9 cm bringt es gerade mal rund 300 Gramm auf die Waage. Die Zeichenfläche beträgt 15,2 × 9,5 cm und entspricht damit ungefähr dem DIN A6-Format, in der Breite etwas mehr, in der Höhe etwas weniger. Auffällig ist das ökonomische Design, bei dem der Zeichenbereich sehr großzügig ausfällt und kein Zentimeter Raum verschwendet wurde. Hier hat Wacom ein extra Lob verdient. Insgesamt also ein übersichtliches und angenehm dünnes Gerät, das auf jedem Schreibtisch seinen Platz finden sollte. Übersichtlich ist auch die Anordnung des Arbeitsbereichs, der aus der aktiven Fläche und 4 Express-Keys besteht. Letztere sind zu je einem Paar diagonal in der linken und rechten oberen Ecke untergebracht. Ergonomisch punktet das Tablett mit einer Bedienbarkeit sowohl für Links- wie auch für Rechtshänder. Ob und wie häufig man auf die Tasten zurückgreift, ist Geschmackssache, während des Zeichnens und Malens sind sie jedenfalls gut zu erreichen. Eine Multi-Touch-Funktion besitzt das Intuos Draw-Grafiktablett übrigens nicht, bei einem Gerät ohne Display gewiss zu verschmerzen. Im Mittelpunkt steht schließlich die zeichnerische Tätigkeit, dafür nehmen wir nun den mitgelieferten Stift unter die Lupe.

Installation und erste Schritte mit dem Intuos Pen

Die Installation des Tabletts verläuft denkbar einfach, nach dem Anschluss mit dem beiliegenden USB-Kabel erkennt der Rechner das Gerät automatisch. In den Geräteeinstellungen kann dann der Rechts- oder Linkshänder-Modus eingestellt werden. Des weiteren lassen sich hier die Belegung von Short Cuts auf den Express-Tasten, die Stiftempfindlichkeit und weitere Präferenzen festlegen. Der Stift, ein Intuos Pen, liegt dank seiner leicht angerauten Kunststoffoberfläche gut in der Hand. Auch im längeren Einsatz hat sich diese Haptik bewährt. Der Pen verfügt über 2 Tasten, die ebenfalls nach Wunsch belegt werden können. Wer den Stift als reines Zeichengerät einsetzen möchte, lässt von der Tasten-Belegung allerdings besser die Finger, da sie während des Zeichnens mitunter im Weg ist. Die Stifteingabe- bzw. Abfrage fällt aufgrund der 1024 Druckstufen sehr präzise aus, die Auflösung von 2540 lpi garantiert gestochen scharfe Ergebnisse. Mit dem im Lieferumfang enthaltenen Programm ArtRage Lite lassen sich erste kleine „Kunstwerke“ erstellen. Beim Skizzieren und Entwerfen erfüllt die Software anstandslos ihren Zweck, auch digitale Malereien gelingen mit den diversen Pinsel-Einstellungen zufriedenstellend. Wer hier noch völlig unbeleckt ist, erhält mit ArtRage Lite ein gutes Einstiegsprogramm. Grundlegende Werkzeuge und Methoden, wie etwa das Arbeiten auf Ebenen, funktionieren analog zum Branchenriesen Photoshop. Letzteres ist und bleibt für Profis natürlich konkurrenzlos.

Wer sich eine kreative Schaffenspause gönnen möchte, kann den Stift in die Lasche an der oberen Gerätekante einschieben. Eine praktische Idee, denn so geht das gute Stück nicht so schnell verloren. Auch für den Fall, dass sich Abnutzungserscheinungen zeigen, hat Wacom vorgesorgt und liefert 4 Ersatzspitzen mit. Diese sind trickreich unter der Rückenabdeckung untergebracht. Dort befinden sich ebenfalls die Fächer für den Wireless-Adapter bzw. den dazugehörigen Akku.

Fazit

Das Intuos Draw-Grafiktablett CTL-490DW-S schlägt sich mehr als achtbar. Marktführer Wacom behauptet seinen Ruf und präsentiert damit ein perfektes Einstiegsmodell. Hervorzuheben ist vor allem das ansprechende Design, das dem Grundsatz folgt „Weniger ist mehr“. Das leichte Gewicht und die ökonomische Verarbeitung sind uns sehr positiv aufgefallen. Auch bei der Bedienung verzichten die Japaner auf „große Geschütze“: Die 4 Express-Tasten sind ausreichend für alle grundlegenden Einstellungen und garantieren eine erfolgreiche Arbeitsroutine. Anfänger machen mit diesem Tablett ihre ersten Schritte – bei einem anwenderfreundlichen Preis von rund 70 Euro. Auch für erfahrene User lohnt sich das Tablett: als mobiles Atelier, das sich im Rucksack oder der Umhängetasche überall mit hinnehmen lässt. Den einzigen Punkteabzug gibt es für das nicht im Umfang enthaltene Wireless-Adapter-Kit, das mit 30 bis 40 Euro extra zu Buche schlägt.