Stift

Die Erfindung der Computermaus war eine großartige Sache. Neben der Tastatur ist sie bis heute eines der wichtigsten Eingabegeräte für viele Anwender. Allerdings sind ihr als Zeichengerät verständlicherweise Grenzen gesetzt. Mit dem Aufkommen der ersten Grafiktabletts in den 1980er Jahren etablierte sich daher ein anderes Werkzeug: der Eingabestift. Er ist und bleibt das natürlichste Werkzeug zum Schreiben, Zeichnen und Malen auf dem Tablett. Die Qualität eines Grafiktabletts steht und fällt insbesondere mit der Verarbeitung des Stiftes zur Bedienung.

Kein Grafiktablett ohne Stift

Gängige Stifttabletts – der Name sagt es bereits – werden mit einem druckempfindlichen Stift geliefert. Damit lässt sich freihändig skizzieren, entwerfen oder schreiben, ganz wie mit einem analogen Kugelschreiber oder Bleistift. Von letzterem wurde auch eine praktische Einrichtung übernommen: der Radiergummi am hinteren Ende. So ausgestattete Modelle machen das Entfernen misslungener Linien zum Kinderspiel. Und dank Bluetooth arbeiten Stift und Tablett zuverlässig zusammen, – ohne jeden Kabelsalat.

Stylus

Neben den fürs Tablett mitgelieferten Stiften gibt es auch extra Modelle, die ihre Vielseitigkeit in Kombination mit verschiedenen Geräten unter Beweis stellen. Der sogenannte Stylus oder Touchpen ist ein Stift, der sowohl auf Grafiktabletts als auch auf Smartphones und Tablet-Computern einsetzbar ist. Damit ist er nicht nur ein praktischer Ersatzstift, sondern auch ein zuverlässiger Allrounder für Unterwegs.

Stift-Techniken

Jeder Eingabestift setzt einen Touchscreen als Eingabefläche voraus; dabei gilt es 3 verschiedene Techniken zu unterscheiden:
  1. Resistive Touchscreens
  2. Kapazitive Touchscreens
  3. Induktive Touchscreens

Resistive Touchscreens

Resistive Touchscreens bestehen aus einer Polyester-Schicht und einer darunter liegenden Glas-Schicht. Sie reagieren nur auf Druck und können mit Stiften, Fingern oder Fingernägeln bedient werden. Diese Technik kam bei frühen Smartphone-Modellen zum Einsatz, ist heute jedoch kaum noch verbreitet.

Kapazitive Touchscreens

Kapazitive Touchscreens hingegen bestehen aus einer Glas-Schicht, registrieren jede Berührung und wandeln sie in elektronische Impulse um. Sie sind Multi-Touch-fähig, benötigen allerdings ein leitendes Eingabegerät, zum Beispiel Finger.

Induktive Touchscreens

Diese leitenden Eigenschaften schließen induktiven Touchscreens aus. Es ist die beim Grafiktablett bevorzugte Technik. Hierbei sendet allein der Stift ein Signal zum Display, – aufliegende Finger oder Handballen werden praktischerweise nicht berücksichtigt.

Eigentlich selbstverständlich: Kabellose Stifte wählen

Zum Glück ist es bei den gebräuchlichsten Grafiktabletts Standard: Der kabellose Stift zur Bedienung. Ein Grafiktablett, bei dem der Stift mitsamt Kabel zu führen ist, gilt erwiesenermaßen als unpraktisch. Denn dies würde einerseits den Schwerpunkt des Stiftes zum Nachteil verlagern, was insbesondere das Zeichnen und Malen unnatürlich behindert und erschwert. Zudem schränkt ein Verbindungskabel sämtliche Bewegungen von Hand und Stift ein.

Eingabestift ohne Batterien

Selbstverständlich müssen Sie hochwertige Stifte nicht mir (schweren) Batterien oder Akkus bestücken. Diese würden das Gesamtgewicht des ergonomischen Steuerelements nämlich drastisch erhöhen. Bedienbarkeit und Handhabung würden auf diese Weise massiv eingeschränkt werden. Daher sollten Sie darauf achten, dass der Strom vom Tablett auf den Stift in jedem Fall mittels Induktion übertragen wird.

Die Druckempfindlichkeit des Stiftes

Führen Sie den Stift über die Zeichenoberfläche, dann zeichnen Sie im Grafikprogramm nicht nur eine Linie, sondern diese wird obendrein - abhängig von der Druckstärke - entsprechend unterschiedlich dick abgebildet. Dies ermöglicht grundsätzlich ein äußerst realistisches Ergebnis.
Doch wie exakt, genau und präzise der Stift dabei die Druckempfindlichkeit an den Computer übermittelt, ist ein entscheidendes Qualitätsmerkmal, welches sich von Produkt zu Produkt unterscheidet. Die Stifte hochwertiger Grafiktabletts bringen es dabei auf 1024 bis 2048 Druckstufen.

Weitere nützliche Funktionen des Eingabestiftes

Vorteilhaft mag es sein, wenn Sie mit einem "Radierer", der am Ende des Stiftes angebracht ist, fehlerhafte Linien und Elemente rasch und bequem "ausradieren" können.
Und ebenso praktisch ist es auch, wenn das Tablett unterschiedliche Stifte erkennen und verwalten kann. Auf diese Weise kann bequem zwischen verschiedenen Zeichenelementen (z.B. Bleistift, Pinsel, etc.) gewechselt werden.
In jedem Fall jedoch sollte man über die entsprechende Menüführung diverse favorisierte und festgelegte Einstellungen aufrufen können. Auf diese Weise kann auch mit nur einem Stift zwischen unterschiedlichen Stifteigenschaften gewechselt werden, ohne komplexe Einstellungen über die Software vorzunehmen. Programmierbare Tasten, die mittels Zeigefinger oder Daumen zu erreichen sind, entpuppen sich vor diesem Hintergrund als hilfreich. Auch kann man über derartige Drucktasten und Rädchen die Einstellungen beispielsweise in puncto Stiftbreite, Deckkraft, oder ähnlichem, verändern.

Fazit: Der Grafiktablett-Stift

Grafiktabletts haben Stift und Papier noch nicht verdrängt. Es spricht auch nichts gegen eine friedliche Koexistenz von analoger und digitaler Welt. Diese beruht ja häufig auf jener, wofür Grafiktablett und Stift gute Beispiele darstellen. Der systemübergreifende Eingabestift, der nicht mehr nur exklusiv für ein Tablett einsetzbar ist, ist ein Schritt in die richtige Richtung.