Grafiktabletts für den PC

Die Geschichte des Grafiktabletts ist eng mit der des Tablet-Computers verbunden. Beide sehen eine ebene Eingabefläche zum Schreiben oder Zeichnen vor und bieten eine Alternative zum bewährten Dreiklang Tastatur-Maus-Monitor. Mit dem iPad brachte Apple 2010 das beste aus beiden Welten erstmals zusammen. Dabei war es Apples größter Konkurrent Microsoft, der schon neun Jahre zuvor mit einem Tablet auf den Markt gedrängt hatte. Ein Modell, das den Siegeszug des Grafiktabletts jedoch nicht aufhalten konnte.

Zwischen Grafiktablett und Tablet: Microsofts Tablet-PC

Für Künstler, Architekten oder Fotografen stellte Microsofts Tablet-PC aus dem Jahr 2001 noch nicht die Offenbarung dar. Das Gerät, stolz von Bill Gates präsentiert, war eher der allgemeine Versuch, digitale Eingabetechnik und Handschrifterkennung voran zu treiben. Als Eingabegerät fungierte bereits ein Stift (Stylus bzw. Touchpen). Erst spätere Entwürfe sahen zusätzlich einen Touchscreen vor, der mittels Fingerbewegungen zu bedienen war.

Vom Grafiktablett beeinflusst: Surface

Mit der seit 2012 vertriebenen Produktlinie Surface versucht Microsoft wieder verstärkt, sich im Bereich Tablet-PC zu positionieren. Gemäß des Mottos „Touch and Type“ setzt man allerdings nicht allein auf Stifteingabe und Touchscreen. Die verfügbaren Modelle lassen sich um eine externe Tastatur erweitern: So wird das Tablet zum Laptop. Der ebenfalls optionale Surface-Stift verspricht natürliches Schreiben und Zeichnen. Das Gerät ist mit Schreibspitze, Radiergummi und Rechtsklick-Taste ausgestattet. Wie sehr übrigens Grafiktabletts die Surface-Reihe geprägt haben, zeigt die Tatsache, dass frühere Stifte mit Technik des Marktführers Wacom funktionierten.

Tablett versus Tablet

Neben Apple und Microsoft sind es natürlich die Branchenriesen Huion und vor allem Wacom, die in Sachen Grafiktabletts für PCs ständig nachrüsten. Wachsender Bedienkomfort, wachsende Displays und ausgefeilte Stifttechnik: Mit diesen bewährten Komponenten stellt man sich in Asien erfolgreich auf. Die angebotenen Profi-Geräte sind bis auf Weiteres jedenfalls ohne Alternative; sie bedienen exakt die Anforderungen, die Grafiker, Fotografen oder Illustratoren an ein digitales Mal- und Zeichengerät stellen.

Fazit

Ist das Grafiktablett für den PC ein aussterbendes Modell? Fest steht, dass innovative Hybriden – Tablet und PC in Einem – in eine Nische vordringen, die klassische Grafiktabletts bisher nicht bedienen konnten. Vielseitige Anwender mit gelegentlichem Zeichenbedarf sollten hier ruhig einen Blick riskieren. Die hohen Erwartungen einer professionellen digitalen Künstlerschaft erfüllen sie – noch – nicht.